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Bündnis EnergieWende Wiesbaden-Taunus

Das Wiesbadener Energiegespräch – mit Angela Dorn

Interview mit der Spitzenkandidatin und umweltpolitischen Sprecherin der hessischen Grünen


„Die Energiewende ist eine Riesenchance. Die Riesenchance, eine dezentrale Energiewende voranzubringen, bei denen die Bürgerinnen und Bürger profitieren.“

„Wir das Land haben uns ein Ziel gesetzt, dass wir hundert Prozent erneuerbare Energien haben möchten. Als Grüne sind wir noch mal ehrgeiziger. Wir wollen
schon bis 2020 Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie und dafür braucht man Windkraft, gerade in Hessen.“

Das regionale Bündnis Energiewende Wiesbaden-Taunus startete am Donnerstag, den 22. August die Gesprächsreihe „Das Wiesbadener Energie-Gespräch“. Zum Auftakt konnte die Spitzenkandidatin der hessischen Grünen, Angela Dorn, gewonnen werden. Ort des Gesprächs war passend zum aktuellen Thema Windkraft die Hohe Wurzel auf dem Taunuskamm.

„Nur wenn wir hier vor Ort etwas tun, wird sich global auch etwas verändern.“

„Windkraft ist eine wesentliche Energiequelle, weil sie erstens sehr kostengünstig und zum anderen sehr effizient ist und wenig Fläche verbraucht. Und wir brauchen zwei Prozent der Landesfläche in Hessen, um zu hundert Prozent erneuerbare Energien zu kommen.“

„Zwei Drittel der Strompreiserhöhung hatte gar nichts mit erneuerbaren Energien zu tun. Das liegt vor allem an Preissteigerungen von fossilen Energien in den letzten Jahren und daran, dass Gewinne nicht weitergegeben werden an die Verbraucher.“

„Wir glauben, dass man das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformieren muss, dass die Lasten gleichmäßig auf allen tragenden Schultern verteilt werden müssen.“

„Langfristig ist die Energiewende der einzige Weg für günstige Strompreise. Man muss sich nur mal anschauen, wie die fossilen Energien die Preise explodieren lassen.“

„Wer soll profitieren von der Energiewende? Ich meine, die Bürgerinnen und Bürger sollen profitieren. Die haben nichts von den riesigen Windparks auf dem Meer.“

„Wenn jeder einen Beitrag leistet zu diesem Zwei-Prozent-Ziel und seine besten Flächen zur Verfügung stellt, dann haben wir nicht nur Wertschöpfung vor Ort, sondern wir haben wirklich einen Beitrag gegen den Klimawandel geschafft und werden mittelfristig Strompreise haben, die viel günstiger sind.“

„In ganz Europa nehmen die Strompreise für die Industrie rapide zu. Aber in Deutschland bleiben sie konstant.“

„In wenigen Jahren werden wir sehen, dass das europäische Ausland, das sich nicht auf den Weg der Energiewende macht, echte Probleme bekommen wird.“

„Wenn wir uns daran machen würden, eine ressourcenschonendere Industrie zu verwirklichen, dann wäre das zum einen ein Riesen-Boom auch für die Wirtschaft und zum anderen könnte man gut Kosten einsparen.“

„Das Positive beim Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ja, dass die Vergütung ständig herunter geht. Das ist ein System, was darauf aufbaut: Je besser die Technologie wird, umso günstiger wird auch die Stromerzeugung.“

„Das Quoten-Modell ist sozusagen der Versuch von Schwarz-Gelb, die großen Player wieder stärker in den Markt zu bringen. Insofern ist das eine ganz gefährliche Debatte.“

Das Wiesbadener Energiegespräch ist ein Dialog zwischen dem Bündnis und verschiedenen Akteuren und Funktionsträgern im Bereich der Energiewende. In regelmäßigen Abständen werden dazu einzelne Personen aus politischen Parteien, aus kommunalen und privaten Unternehmen und aus Vereinen und Initiativen, die sich im Bereich Energie engagieren, eingeladen. Eine breite Auswahl der Gesprächspartner soll ein möglichst umfassendes Spektrum der Positionen und Argumentationen abbilden.

Durch die Veröffentlichung der Gespräche erleichtert das Bündnis es den Menschen in unserer Region, sich ein konkreteres Bild von den Chancen und Hindernissen der regionalen Energiewende zu machen. Auch soll das Thema stärker in den Fokus der Menschen in Wiesbaden und dem Taunusgebiet gerückt werden. Die Gesprächsreihe trägt dazu bei, die unterschiedlichen Standpunkte besser vergleichen zu können und unterstützt so die öffentliche Meinungsbildung.

Die Videoaufzeichnungen dieser Gesprächsreihe werden mit freundlicher Unterstützung von Gérard Röpke für BigCityTV.de realisiert.

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