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Bündnis EnergieWende Wiesbaden-Taunus

Klimaschutz und erneuerbare Energien in Deutschland

Transition Town - Wiesbaden im Wandel Beitrag von Wiesbaden im Wandel – Transition Town Projektgruppe Energie

Inzwischen gibt es einen breiten Konsens in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, dass der Klimawandel Realität ist und dass den erneuerbaren Energien die Zukunft gehört. Debattiert wird nur noch, welcher Weg und welche Geschwindigkeit eingeschlagen werden sollen, um zu einer Energieversorgung zu gelangen, die möglichst umweltfreundlich, sozial verträglich und wirtschaftlich ist.


Die Vorteile der erneuerbaren Energien aus Solarenergie, Windkraft, Wasser, Biogas und Geothermie liegen auf der Hand:
Erneuerbare Energien sind klimaneutral, da durch ihre Verwendung keine klimawirksamen Gase wie CO2 ausgestoßen werden. Indikatoren wie der Anstieg der CO2-Partikel in der Luft deuten auf eine maßgeblich durch den Menschen verursachte Veränderung des Klimas hin. Innerhalb der letzten 15 Jahre wurden weltweit gesehen die 10 wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Will man den langfristigen Gefahren des Klimawandels wie etwa dem Anstieg des Meeresspiegels durch die Eisschmelze, der Ausbreitung von Wüsten und den zunehmenden Schäden durch  Extremwetterlagen begegnen und Klima- und Umweltflüchtlinge vermeiden, ist der rasche Umstieg auf erneuerbare Energien unumgänglich.
Diese sind heute schon z.T. billiger als fossile Energieträger, sofern man auch die Kosten der Umweltschäden in Rechnung stellt, die die Förderung, die Verarbeitung und der Verbrauch der fossilen Energieträger verursachen.
Ein weiterer Vorteil der erneuerbaren Energien ist, dass sie unbegrenzt zur Verfügung stehen, während die fossilen Energieträger irgendwann einmal zu Ende gehen werden. Anzeichen dafür, dass die wachsende Nachfrage z.B. nach Erdöl in naher Zukunft nicht mehr durch die Erschließung neuer Quellen befriedigt werden kann, gibt es bereits. So werden ökologisch und ökonomisch immer riskantere und technisch aufwändigere Methoden nötig, Öl zu fördern, z.B. Tiefseebohrungen oder Fracking.
Erneuerbare Energiequellen sind in unserem rohstoffarmen Land die einzigen Quellen, die wir langfristig haben und durch die wir eine unabhängige Energieversorgung garantieren können. Derzeit geben wir jährlich über 90 Mrd. Euro für Energieimporte aus – Geld, welches unserer Volkswirtschaft abgeht, Geld, welches darüber hinaus großteils in nicht-demokratische Regime fließt, welche Menschenrechte missachten. Solange wir von Erdöl aus Saudi-Arabien oder Erdgas aus Russland abhängig sind, können zudem politische Krisen unsere Wirtschaft jederzeit in Mitleidenschaft ziehen.

Wenn es um die Verwirklichung der Energiewende geht, darf der soziale Aspekt nicht außer acht bleiben. Oftmals wird argumentiert, dass Energie bezahlbar bleiben müsse – insbesondere für ärmere Teile der Bevölkerung, und dass deshalb die Wende hin zu erneuerbaren Energieträgern nicht überstürzt werden dürfe. Hier werden jedoch zwei Themen in unzulässiger Weise miteinander verknüpft, die jedes für sich betrachtet werden müssen. Unsere Gesellschaft ist augenscheinlich nicht willens oder fähig, ärmere Bevölkerungsgruppen in die Lage zu versetzen, ihre Bedürfnisse angemessen befriedigen zu können. Daraus den Schluss zu ziehen, Energiepreise müssten auch für diejenigen subventioniert werden, die sie sich eigentlich leisten könnten – seien es Unternehmen oder Privatleute – ist allerdings falsch. Energie war bislang nur deshalb so billig, weil die Energieverbraucher nicht über den Preis für die Schäden aufzukommen hatten, die durch die Nutzung fossiler Energien entstanden. Diese Kosten wurden bislang „sozialisiert“ bzw. fielen „unter den Tisch“.  Zudem ist damit zu rechnen, dass auch die Kosten für fossile Energien steigen werden, wenn weltweit die Nachfrage weiter steigt, während die Reserven zurückgehen und immer aufwändigere Fördermethoden angewendet werden müssen.
Die Energiewende muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden. Dies bedeutet, dass der Staat hier Anreize schaffen und Investitionen unterstützen muss, z.B. über Steuern auf Einkommen, Vermögen oder Gewinne von Unternehmen und Bürgern. Je schneller und umfassender dies geschieht, desto besser, denn Natur und Klima warten nicht auf uns.

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